Galopprennen

Galopprennen sind Leistungsprüfungen für das Englische Vollblut. Von drei arabischen Hengsten, die um 1700 nach England eingeführt wurden und einigen englischen Landstuten abstammend, wird diese Rasse international gezüchtet. Härte, Schnelligkeit und Ausdauer müssen die Hengste mitbringen, die von den Züchtern als Partner ihrer ebenfalls auf den Rennbahnen geprüften und in einem seit 1793 existierenden Zuchtbuch verzeichneten Stuten ausgesucht werden. In Bad Doberan wurde 1822 die erste deutsche Galopprennbahn eröffnet, in Krefeld startete man 1913 das erste Rennen auf der neu angelegten Bahn im Stadtwald.

Zweijährig, zuerst auf kurzen Distanzen, beginnen die Galopper ihre Karriere. Als Dreijährige messen sich die besten Hengste und Stuten im Deutschen Derby in Hamburg über die Distanz von 2 400 Meter. Die Rennen auf den 47 deutschen Galopprennbahnen werden in verschiedenen Kategorien ausgeschrieben, so dass annähernd gleich starke Pferde aufeinandertreffen. Gewichte sind ein Kriterium der Einteilung, Siege und Platzierungen ein weiteres, die alle Pferde in einem Generalausgleich erfassen.

Vollblutpferde werden immer wieder zur Veredlung der anderen Warmblutrassen eingekreuzt, um deren Möglichkeiten im Spring- und Dressursport zu verbessern. Hin und wieder sind auch Vollblüter im Reitsport erfolgreich, oder werden nach dem Abschied von der Rennbahn im Freizeitsport eingesetzt.

Die Krefelder Rennbahn ist auch als Trainingsquartier beliebt. Weit über 100 Pferde werden hier auf ihre Rennaufgaben vorbereitet. Hans Blume, Erika Mäder und Mario Hofer betreuen die auch international erfolgreichen Galopper. Mario Hofer (1956 geboren) nennt den Stadtwald ein „Dorado für jedes Rennpferd.“ Der gebürtige Österreicher ist seit 1993 hier ansässig, 2013 verdienten seine Pferde bei 56 Siegen und 201 Platzierungen für ihre Besitzer 1 023 630 Euro. Erfolgreichstes Jahr war bisher 2004, als bei 101 Siegen über zwei Millionen Euro einkamen, unter anderem bei Starts in Österreich, Italien, der Schweiz, Schweden und Frankreich. Ein Erfolgshöhepunkt war der Sieg von Pastorius im Deutschen Derby 2012. Erste Aufmerksamkeit erlangte der Hengst, der mittlerweile als Deckhengst aufgestellt wurde 2011, als er das Herzog von Ratibor-Rennen auf der Krefelder Bahn gewann.

Waren früher die Rennwetten die Finanzierungsbasis für die Ausrichtung der Pferderennen, so sind die Veranstalter mittlerweile auf Sponsoren angewiesen, die etwa 50 Prozent der Kosten aufbringen. Auch der Krefelder Rennclub ist immer auf der Suche nach Unterstützern, die einzelne Rennen oder ganze Renntage finanzieren helfen. Unter dem wettenden Publikum sind besonders die Frauen maßgeblich am Wettgeschehen beteiligt. Von den für Sieg- und Platzwetten eingezahlten Beträgen werden 77 Prozent an die Wetter ausgeschüttet, bei den Kombinationswetten sind es 66 Prozent. Der Rennclub erhält inklusive der 5 Prozent Rennwettsteuer 13 Prozent von den Außenwetten und 26 Prozent von den auf der Bahn angelegten Wetten.

„Bei einem Verhältnis von 50/50 Bahn/Außenwetten und einem ausgeschüttetem Rennpreisvolumen von 30 000 Euro würden wir einen Gesamtwetteinsatz von 300 000 Euro benötigen, mithin Einnahmen von etwa 60 000 Euro, um bei einem Renntag mit geringem Sponsoring keinen Verlust zu machen“, sagt Rennclub-Vize Denis Hartenstein.

Der gesamte Wettumsatz im Jahr 2013 betrug 966 000 Euro.

Zum Vergleich: In Hongkong werden schon mal an einem Renntag 100 Millionen Euro umgesetzt, doppelt so viel wie im ganzen Jahr auf allen deutschen Rennbahnen zusammen.

Der Krefelder Veranstalter von Galopprennen ist der „Krefelder Rennclub 1997 e.V.“, der den 1911 gegründeten „Krefelder Rennverein“ ablöste, der ab 1913 die Rennen im Stadtwald ausrichtete. Seit dem Abend der Starterangabe ist bereits das Rennprogramm für den Renntag auf der Website des Rennclubs zu sehen: www.krefelder-rennclub.de

Hans Dieter Peschken

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